Podcasts haben sich längst als fester Bestandteil der Medienlandschaft etabliert. Was einst ein Nischenformat für Technikbegeisterte war, ist heute ein mächtiges Kommunikationsinstrument – nicht nur für Influencer:innen, Journalist:innen und andere Kreative, sondern auch für Unternehmen. Immer mehr Firmen setzen auf Corporate Podcasts, um ihre Marke zu stärken, Wissen zu vermitteln und eine tiefere Bindung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. Doch was genau macht einen erfolgreichen Corporate Podcast aus? Welche Unternehmen profitieren davon? Und welche technischen und inhaltlichen Voraussetzungen braucht es? Dieser Artikel gibt Dir einen umfassenden Überblick und zeigt erfolgreiche Beispiele aus der Praxis.
Warum Unternehmen auf Corporate Podcasts setzen sollten
Podcasts bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Zielgruppe auf eine besonders persönliche und authentische Weise anzusprechen. Während klassische Marketingmaßnahmen oft auf kurzfristige Aufmerksamkeit abzielen, setzen Podcasts auf langfristiges Engagement. Hörer:innen verbringen oft 20 bis 40 Minuten mit einer Episode – eine Verweildauer, die kaum ein anderes Medium erreicht.
Ein Corporate Podcast kann verschiedene strategische Ziele verfolgen. Viele Unternehmen nutzen ihn, um sich als Thought Leader in ihrer Branche zu positionieren und Expertenwissen zu teilen. Andere setzen das Format gezielt für die Mitarbeiterkommunikation ein, um Teams auf dem Laufenden zu halten oder interne Schulungen anzubieten. Auch die Kundenbindung kann durch einen Podcast gestärkt werden, indem Unternehmen relevante Inhalte liefern, die über reine Werbung hinausgehen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Multichannel-Verbreitung. Podcasts lassen sich problemlos in bestehende Content-Marketing-Strategien integrieren – sei es durch Verlinkungen auf der Website, Social-Media-Posts oder Newsletter-Erwähnungen. Zudem bieten sie positive Effekte für die SEO, da transkribierte Episoden zusätzliche Keyword-Inhalte für Suchmaschinen liefern können.
Welche Arten von Corporate Podcasts gibt es?
Corporate Podcasts sind vielseitig einsetzbar und können an unterschiedliche Zielgruppen und Kommunikationsziele angepasst werden. Eine besonders beliebte Variante sind Branded Podcasts, bei denen Unternehmen nicht vordergründig ihre Produkte bewerben, sondern durch packendes Storytelling eine emotionale Verbindung zur Marke schaffen.
Für Unternehmen mit verteilten Teams oder vielen Standorten kann ein interner Podcast eine wertvolle Ergänzung zur Kommunikation sein. Anstatt lange E-Mails oder Intranet-Artikel zu lesen, können Mitarbeiter:innen aktuelle Unternehmensnews oder Schulungen bequem unterwegs anhören.
Ein weiteres bewährtes Format sind Expert:innen-Podcasts, die sich gezielt an Fachleute aus einer bestimmten Branche richten. Hier teilen Unternehmen ihr Wissen, diskutieren aktuelle Trends oder laden externe Gäste ein, um unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten.
Schließlich gibt es Kund:innen-Podcasts, die speziell für bestehende oder potenzielle Kund:innen konzipiert sind. Hier geht es darum, wertvolle Insights, Produktwissen oder relevante Branchentrends bereitzustellen. Ein gelungenes Beispiel ist der Podcast „Fit4Trading“ der DZ BANK, der Finanz- und Investmentthemen verständlich aufbereitet.
Quelle: midjourney
Das perfekte Setup für einen Corporate Podcast
Ein erfolgreicher Podcast beginnt mit einer klaren Strategie. Bevor Unternehmen in Technik investieren, sollten sie sich überlegen, wen sie mit dem Podcast erreichen wollen und welche Inhalte relevant sind. Die Zielgruppenanalyse spielt dabei eine entscheidende Rolle: Geht es darum, potenzielle Kund:innen zu informieren, Mitarbeiter:innen zu schulen oder die Marke als Branchenführer zu positionieren? Inhaltlich empfiehlt es sich, ein wiederkehrendes Format zu entwickeln. Regelmäßige Episoden mit einer klaren Struktur schaffen Vertrauen und sorgen dafür, dass Hörer:innen langfristig dranbleiben. Die optimale Länge liegt oft zwischen 20 und 40 Minuten, abhängig von Thema und Zielgruppe. Erscheint ein Podcast häufiger, können auch kürzere Laufzeiten sinnvoll sein.
Technisch gesehen sind für die Produktion einige Grundvoraussetzungen nötig. Ein gutes Mikrofon ist essenziell, da schlechte Tonqualität viele Hörer:innen abschreckt. Zur Aufnahme eignet sich kostenlose Software wie Audacity, während fortgeschrittene Nutzer:innen auf Programme wie Adobe Audition setzen können. Nach der Produktion muss der Podcast auf geeigneten Hosting-Plattformen wie Podigee, Anchor oder Libsyn veröffentlicht werden, um ihn dann auf Spotify, Apple Podcasts und anderen Plattformen bereitzustellen.
Für die Vermarktung des Podcasts gibt es verschiedene Ansätze. Neben der Einbindung auf der eigenen Website können Unternehmen Social Media nutzen, um Teaser-Clips oder Zitate aus den Episoden zu teilen. Auch E-Mail-Marketing ist ein effektiver Kanal, um neue Folgen an bestehende Abonnent:innen zu kommunizieren.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein Corporate Podcast?
Nicht jede Firma benötigt einen Podcast, doch für viele Branchen kann er eine wertvolle Ergänzung im Marketing- und Kommunikationsmix sein. Besonders B2B-Unternehmen profitieren von diesem Format, da sie komplexe Themen ausführlich und verständlich aufbereiten können. Auch Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Digitalisierung und Innovation nutzen Podcasts, um Fachwissen zu vermitteln und als Meinungsführer wahrgenommen zu werden.
Marken aus dem Konsumgüter- und Lifestyle-Bereich setzen dagegen stärker auf Storytelling, um ihre Community zu stärken. Gerade Unternehmen mit einer starken Markenidentität können durch unterhaltsame oder inspirierende Inhalte eine treue Hörerschaft aufbauen. Auch für Startups und mittelständische Unternehmen kann ein Podcast eine sinnvolle Investition sein, um Sichtbarkeit in der eigenen Nische zu schaffen.
Für (potenzielle) Mitarbeitende, Stakeholder und Interessierte kann ein Corporate Podcast auch spannend sein, weil er eine gewisse Nahbarkeit schafft und einen besseren Eindruck der Person hinter dem Unternehmen vermittelt.
Denn gerade bei CEOs aus größeren Unternehmen, die hier zur Sprache kommen können, gibt es oft nur selten die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch.
– Claudia Schlömer, Senior-Beraterin bei Drunk Octopus Communications
Best Practices & Erfolgsbeispiele
Ein gelungenes Beispiel für einen Corporate Podcast ist etwa „Versicherungsplauderei“ der Allianz. Hier werden komplexe Versicherungsthemen auf eine verständliche und unterhaltsame Weise erklärt, wodurch sowohl Endkund:innen als auch Makler:innen profitieren.
Ein weiteres erfolgreiches Format ist „Vernetzt – der Telekom Podcast“ von der Deutschen Telekom. In diesem Podcast informiert das Unternehmen über den Netzausbau und digitale Innovationen und schafft so Transparenz und Vertrauen in seine Marke.
Fazit
Corporate Podcasts sind längst mehr als ein Trend – sie sind ein starkes Medium für Unternehmen, um sich authentisch und glaubwürdig zu präsentieren. Sie ermöglichen eine tiefere Bindung zur Zielgruppe, bieten Expertenwissen und können sowohl intern als auch extern eine wertvolle Rolle spielen. Wer eine klare Strategie entwickelt, regelmäßig hochwertige Inhalte liefert und die richtige Technik einsetzt, kann mit einem Corporate Podcast eine nachhaltige Wirkung erzielen.
Bildquellen
- corporate_podcast_setup_midjourney: midjourney
- Corporate_Podcast_DALL·E: Dall-E
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